Nicht zuletzt animiert durch werbewirksame Aussagen wie "immer gewinnen beim Roulette" von Anbietern käuflicher Roulette-Systeme und durch den von vielen geträumten Traum vom "reich werden durch Roulette" haben wir uns über längere Zeit mit der Auswertung von Roulette-Systemen befasst.
Die der Werbung für käufliche Systeme beigelegten Beispiel-Permanenzen ergeben logischerweise Gewinne, dazu der Glaubwürdigkeit wegen minimale Verluste, die stets schnell wieder wettgemacht werden können. Falls Sie Roulettesysteme verkaufen möchten, würden Sie ja auch nicht mit Permanenzen werben, die nur Verluste ergeben. Allerdings lassen sich für jedes System auch sehr schnell Permanenzen über einzelne Tage oder Teiltage finden, bei welchen ein bestimmtes System erfolgreich wäre.
Für unseren ersten Langzeithärtetest haben wir genau 1016 Tagespermanenzen verschiedener deutscher Casinos verwendet. Nach Anschaffung eines schnelleren Rechners sind im Winter 2008/09 weitere gut 2100 Permanenzen dazugekommen. Sämtliche Daten inklusive Handwechsel, Tagesbeginn und -ende wurden in Exceldateien gespeichert und diese anschliessend mit eigens für diesen Zweck geschriebenen VBA-Programmen ausgewertet.
Auch stehen sämtliche über viele Jahre in europäischen Casinos gesammelten Permanenzen zum download bereit.
Auf den folgenden Seiten sind die Resultate zusammengefasst. An dieser Stelle sei erst einmal verraten, dass wir nach wie vor einer geregelten Arbeit nachgehen.
Immer wieder hört man Aussagen, zum Teil sogar von Croupiers, dass die eine oder andere Zahl oder Zahlenkombination häufiger geworfen wird. Oft wird dies mit Unregelmässigkeiten im Roulette-Kessel oder sogar mit dem "guten Händchen" der Croupiers begründet. Solche Behauptungen schreien geradezu nach überprüfung.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zahl oder eine Gruppe von Zahlen geworfen wird, ist beim europäischen Roulette mit 37 Zahlen leicht grösser als beim amerikanischen Roulette mit 38 Zahlen (zusätzlich die Doppel-Null). In der nachfolgenden Liste sind die errechneten Prozentwerte auf drei Stellen gerundet. Der erste Wert gilt für das europäische Roulette.
| 48,649% | 47,368% | Einfache Chancen (18 Zahlen, rouge-noir, pair-impair, manque-passe) |
| 45,946% | 44,737% | Grosse Serie (17 Zahlen) |
| 32,432% | 31,579% | Kleine Serie, Dutzend, Kolonne (12 Zahlen) |
| 21,622% | 21,053% | Orphelins (8 Zahlen) |
| 18,919% | 18,421% | Zero-Spiel oder x-3-3 (7 Zahlen) |
| 16,216% | 15,789% | Transversale simple (6 Zahlen) |
| 13,514% | 13,158% | x-2-2 (5 Zahlen) |
| 10,811% | 10,526% | Carré, die ersten vier (4 Zahlen) |
| 8,108% | 7,895% | Transversale, x-1-1 (3 Zahlen) |
| 5,405% | 5,263% | Cheval (2 Zahlen) |
| 2,703% | 2,632% | Plain (eine Zahl von 37/38) |
Die Häufigkeits-Analyse von 3122 Tages-Permanenzen europäischer Casinos ergab folgendes Bild:
Es mag zwar sein, dass an einzelnen Tagen oder sogar über einige Wochen einzelne einfache Chancen, gewisse Zahlen oder Kombinationen häufiger geworfen werden. Auch könnte man im einen oder anderen Hinterhof-Spielpalast sogar Kesselunregelmässigkeiten vermuten. In den unter staatlicher Aufsicht stehenden Casinos mit ihren modernen Roulettetischen entspricht die Verteilung der Würfe auf längere Sicht immer mehr dem mathematischen Schnitt.
Im Download-Bereich steht die gesamte Auswertung als Excel-Datei zur Verfügung.
Natürlich können mittels Programmierung nur Roulette-Spielsysteme untersucht werden, deren Ablauf klar geregelt ist durch
Systeme, die nach psychologischen oder optischen Gesichtspunkten agieren, sind ungeeignet. Die Programmierung von "wenn zuviel verloren/genug gewonnen wurde" ist (noch) nicht möglich.
Auf die Erklärung dieses vielgelobten Systems wird hier verzichtet, Sie finden es problemlos über Suchmaschinen. Einzelne Beispiele mit ausgesuchten Permanenzen laufen stets optimal und bringen die erwarteten 4 Stücke Gewinn (mehr wird es mit 4 Spalten nie geben). Bei meiner Analyse wird jedoch der ganze Tag durchgespielt und hier zeigt sich die grosse Gefahr dieses Systems. Am Tagesende entstehen nahezu durchwegs Verluste.
Getestet wurde immer Rot / immer Schwarz / mit der Serie. Leider wird in der Systembeschreibung nichts über Zero gesagt. Also wurde Zero wie Verlust gerechnet und entsprechend weiter gespielt. Dadurch entstand zusätzlicher Gewinn, da im Schnitt knapp jedes 2. Mal nach Zero die zuvor gesetzte Farbe kommt.
Um Deance abschliessen zu können, benötigen Sie 4 Gewinne in Serie. In Ausnahmefällen auch 3 Gewinne, einen Verlust und wieder 2 oder 3 Gewinne. Diese Situation ergibt sich aber nur bei einem Einsatz kleiner 4 Stück.
Bei der Grundanalyse wurde ohne oberes Limit gespielt, so dass der theoretische Höchstsatz ermittelt werden konnte, sagenhafte 42'334 Stück. Interessanterweise ergab sich am Tag mit diesem horrenden Höchstsatz ein Gewinn von 16 Stück, bei einem Limit von maximal 20 Stück Einsatz jedoch ein Verlust von 134 Stück, bei einem Limit von maximal 40 Stück sogar ein Verlust von 222 Stück.
Bei etwas über 6000 Angriffen betrug der Verlust insgesamt 7364 Stück bei Spiel Rot und 7814 Stück bei Spiel Schwarz – glücklicherweise rein theoretisch.
Von Thomas aus Deutschland erhielt ich folgende Testanfrage: "Wenn dreimal hintereinander dieselbe Farbe gefallen ist, setze ich auf die Gegenfarbe. Klappt es nicht, setze ich den doppelten Betrag. Klappt es wieder nicht, verdopple ich noch einmal. Mit einem weiteren Einsatz wird so lange gewartet, bis die Serie, durch die der Verlust entstand, beendet ist. Kommt z.B. 10mal rot, hört man nach 6x rot auf (3x Setzsignal, 3x wirklich gesetzt). Erst nachdem mindestens einmal die Gegenfarbe gefallen ist, wird nach einer 3er-Serie wieder gesetzt. Bei einem Einsatz von einem Stück ergibt sich pro Angriff ein maximaler Verlust von 7 Stück (1+2+4). Ich habe 60 Tage Permanenzen der Spielbank Hamburg vom Herbst 1998 von Hand durch gespielt. Dabei erzielte ich einen theoretischen Gewinn von 230 Stück.
Bei ausgeglichener Verteilung (ohne Zero zu zählen) würde es rein mathematisch so aussehen: In
16384 Zahlen gibt es durchschnittlich 8192 rote und schwarze Coups. Dabei kommt es pro Farbe zu:
2048 Einzelwürfen, 1024 2er-, 516 3er-, 256 4er-, 128 5er-Serien ... 1 13er oder höherer Serie.
Wenn ich nun durch alle 3er, 4er und 5er Serien Gewinn mache (Setzbedingungen und 3-fache Martingale), entspricht das 896 Gewinncoups. Alle Serien höher als 5 ergeben Verluste. Das sind 128 Coups, welche jedoch den siebenfachen Verlust ergeben (7x128=896). Wie also kommt mein Testgewinn zustande? Liegt es daran, dass Zehner- und höhere Serien sehr selten sind und oft am Tagesende unterbrochen werden oder handelt es sich um normale Wurf-Unregelmässigkeiten der Croupiers? Eignet sich mein System zum professionellen Einsatz?"
Leider behielt die Mathematik bei meiner Analyse die Oberhand. Auf 306'683 Würfe konnten 36'047 Angriffe gestartet werden. 30'159 Gewinn-Coups stehen 5'888 Verlust-Coups gegenüber. Der Totalverlust beträgt 1'862 Stück, ein schlechter Lohn für tausend Tage Arbeit.
Ende Januar 08 haben wir in den unendlichen Weiten des Webs ein neues Dutzend-System entdeckt, welches auf den ersten Blick sehr vielversprechend erschien und alle Voraussetzungen erfüllte, welche für die programmierte Analyse nötig sind.
Das System verspricht – bei absolut diszipliniertem Spiel – eine 99,8%ige Gewinnquote und Einnahmen von bis zu 70 Dollar pro Stunde, was natürlich sehr verlockend klingt und geradezu nach einem Durchtesten mit unseren gesammelten Tagespermanenzen verlangt.
| Spiel | Einsatz in Stück | Gewinn in Stück | (Verlust in Stück) |
|---|---|---|---|
| 1. | 1 | +2 | 1 |
| 2. | 2 | +3 | 3 |
| 3. | 3 | +3 | 6 |
| 4. | 4 | +2 | 10 |
| 5. | 6 | +2 | 16 |
| 6. | 9 | +2 | 25 |
| 7. | 13 | +1 | 38 |
| 8. | 20 | +2 | 58 |
| 9. | 30 | +2 | 88 |
| 10. | 45 | +2 | 133 |
| 11. | 67 | +1 | 200 |
Die Analyse von 1016 echten Tagespermanenzen brachte ziemlich ernüchternde Ergebnisse. 701 Gewinntagen stehen 315 Tage mit Verlust gegenüber. Insgesamt konnten 27'357 Angriffe gestartet werden, von denen 26'976 mit Gewinn abgeschlossen wurden. Lediglich 372 Angriffe endeten mit dem Verlust von jeweils 200 Stück, was jedoch die satte Summe von 74400 verlorenen Stücken ergibt und eine Minusbilanz von 11'528 Stücken.
Obwohl das Dutzensystem genau vorschreibt, dass Zero mitgezählt wird, haben wir anschliessend durchgetestet, ob eine wesentliche Besserungen eintritt, wenn Zero nicht berücksichtig wird. Als Ergebnis bleiben zwar "nur" noch 306 Verlusttage, jedoch bei 358 verlorenen Angriffen und einem Minussaldo von 11'690 Stück.
Was lag näher, als weiter zu testen, ob das System bei einem höheren Maximaleinsatz nicht doch zu Gewinnen führen würde? Also haben wir die Satztabelle unabhängig von möglichen Tischlimits auf 20 Spiele erweitert:
| Spiel | Einsatz in Stück | Gewinn in Stück | (Verlust in Stück) |
|---|---|---|---|
| 12. | 101 | +2 | 301 |
| 13. | 151 | +1 | 452 |
| 14. | 227 | +2 | 679 |
| 15. | 340 | +1 | 1019 |
| 16. | 510 | +1 | 1529 |
| 17. | 765 | +1 | 2294 |
| 18. | 1148 | +2 | 3442 |
| 19. | 1722 | +2 | 5164 |
| 20. | 2583 | +2 | 7747 |
Auch beim Spiel mit 12 bis 20 Progressionsstufen ergaben sich nur Verluste, welche praktisch durchwegs anstiegen, je höher der Einsatz war. Die letzte Möglichkeit, mit diesem Dutzendsystem doch noch Gewinne zu erzielen, schien nun die Veränderung der Beobachtungsphase zu sein. Von lediglich einem Coup bis zu 15 Coups haben wir durchgetestet. Bei drei Konstellationen werden kleinste Gewinne von 41, 19 und 2 Stücken erzielt. Erst ab einer Beobachtung von 13 Coups und der vollen Satztabelle mit zwanzig gespielten Coups ergab sich ein namhafter Gewinn von 3'173 Stück (Zero nicht gezählt) oder 3'788 Stück (Zero wie vom Urheber vorgeschrieben mitgezählt); auch nach der Beobachtung von 14 und 15 Coups wurden Gewinne erzielt, aber auch hier erst nach dem Durchspielen der Satztabelle bis mindestens zum 18. Spiel.
Im Download-Bereich kann die Zusammenfassung der ganzen Testreihe heruntergeladen werden. Die Excel-Tabelle liefert den nachhaltigen Beweis für die freie Auslegung der Buchstaben P, M und D, mit welchen die Dutzendfelder auf französischen Roulettetischen beschriftet sind: "Pour mourir doucement".
Immer wieder werden wir nach unserer Meinung über Online-Casinos gefragt. Wir persönlich besuchen auch gerne reale, schöne Spielbanken, essen eine Kleinigkeit im Casino-Restaurant, geniessen später einen Drink an der Bar, staunen stets von Neuem über das Geschick der Croupiers und sehen gerne echte Kugeln rollen.
Nicht jeder hat dafür die Zeit oder die Musse. Seriöse Online-Casinos sind zur valablen Alternative geworden und nicht zuletzt auch dafür geeignet, Roulette-Systeme mit kleinen Einsätzen "auszuprobieren".
Einige Gedanken sollten Sie sich vor dem Spiel im Online-Casino jedoch machen:
Damit daraus weitere Daten gewonnen werden können, stellen wir direkt die Excel-Dateien
zur Verfügung.
Gewinne können wir leider nicht garantieren, vielleicht reicht es ja schon, wenn
sich Verluste künftig in Grenzen halten.
| Permanenzen 1: 1000 Tage |
Permanenzen 2: 1000 Tage |
Permanenzen 3: 1122 Tage |
Nützliche Permanenzen heruntergeladen? |
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